Lehrformen

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... im Aachener Modellstudiengang Medizin

Die moderne Ausbildung von Studierenden in der Medizin stellt heute zwei Aspekte in den Vordergrund. Zum einen soll eine frühe Praxisorientierung im Unterricht den Lernenden stets einen bedeutungsvollen Kontext für alle vermittelten Inhalte, auch die naturwissenschaftlich geprägten, bieten. So werden die Studierenden kontinuierlich motiviert und das Einprägen von Lehrinhalten wird gefördert. Das Konzept des Aachener Modellstudiengangs Medizin bindet deshalb klinische Inhalte bereits ab dem ersten Studienjahr in den Unterricht ein. Didaktisch werden diese in interdisziplinären Lehrveranstaltungen in Form von Vorlesungen, Seminaren, Praktika etc. vermittelt. Die Lehrform wird hierbei stets den Lernzielen entsprechend ausgewählt.

Einen weiteren Fokus legt die Medizindidaktik und die Curriculumsplanung im Aachener Modellstudiengang Medizin auf eine zunehmende Lernerzentrierung im Unterricht. Studierende können das vermittelte Wissen so durch aktives Erarbeiten langfristig verinnerlichen und die vorgegebenen Lernziele nachhaltig erreichen. Die Lehrenden an der Fakultät bilden sich kontinuierlich im Bereich Medizindidaktik weiter, um diesen Anforderungen an eine effektive Ausbildung von jungen Medizinern nachkommen zu können.

  Vorlesungen Pressestelle RWTH Praktika im Aachener Modellstudiengang Medizin

Vorlesungen

finden für alle Studierende des betreffenden Jahrganges gemeinsam in einem Hörsaal statt. Sie sollen einen systematischen Überblick über ein bestimmtes Wissensgebiet bieten, in den jeweiligen Lernstoff einführen oder begleitend zu einem Praktikum den grundlegenden Lernstoff vermitteln. Bedingt durch die generell hohen Teilnehmerzahlen findet diese Art der Stoffvermittlung in der Regel als "Frontalunterricht' statt. In Vorlesungen mit klinischem Bezug werden zu gegebener Zeit auch Patienten vorgestellt.

Praktika

werden je nach Fach in Gruppen bis zu 20 Studierenden durchgeführt. In den Praktika wird der Stoff flächendeckend oder exemplarisch durch Anschauung bzw. praktische Übung, z. B. am Labortisch, am Mikroskop, präparierend an der Leiche, am Computer, im Gespräch oder untersuchend am Kommilitonen vermittelt bzw. vertieft. In der Regel wird jede Gruppe von einem Dozenten betreut. In vielen Praktika stehen zusätzlich studentische Tutoren zur Verfügung, die das entsprechende Praktikum bereits erfolgreich absolviert haben. Dadurch ist in den Praktika eine kontinuierliche Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden sowie die aktive Erarbeitung des Lernstoffes möglich.

Seminare

sollen in Gruppen bis zu 20 Studierenden das in Vorlesungen bzw. Praktika erworbene Wissen vertiefen. Durch studentische Referate und Gesprächsrunden wird die Fähigkeit gefördert, sich im Dialog mit anderen Studierenden, studentischen Tutoren und Dozenten aktiv und kritisch mit dem Unterrichtsstoff auseinanderzusetzen. Seminare unterstützen vor allem das Begreifen komplexer Zusammenhänge.

POL-Seminare

nutzen die Methode des problemorientierten Lernens. Im Anschluss an die Einführung in ein bestimmtes Themengebiet bzw. Organsystem treffen sich die Studierenden in Kleingruppen (10 Studierende) mit einer Tutorin bzw. einem Tutor und bearbeiten teils im Selbststudium, teils in moderierten Gesprächsrunden die im Stundenplan vorgegebenen humanmedizinischen Probleme. POL-Seminare werden ab dem dritten Studiensemester in den Systemblöcken als zusätzliche Lehr- und Lernmethode eingesetzt.

 

Untersuchungskurse

machen die Studierenden mit den Untersuchungstechniken und den Diagnoseprozessen in der Medizin vertraut. Die verschiedenen Untersuchungstechniken werden anfangs von den Studierenden untereinander geübt. Im zweiten Schritt werden in den Untersuchungskursen Patienten unter ärztlicher Anleitung von Studierenden (maximal 3er-Gruppen) untersucht.

Patientendemonstrationen am Krankenbett

geben den Studierenden die Möglichkeit, reale klinische Situationen zu beobachten und in ihnen zu lernen. Die Lehrenden leiten die Studierenden bei der Untersuchung des Patienten an, unterstützen bei der Erhebung von Befunden und supervisieren die Arzt-Patienten-Kommunikation zwischen Studierenden und Patienten. Gleichzeitig können Studierende die Lehrenden in ihrer Rolle als Vorbild beobachten und dabei Impulse für die Entwicklung ihrer eigenen professionellen Identität gewinnen. Der Unterricht am Krankenbett findet in Gruppen von bis zu drei Studierenden in den Kliniken des Universitätsklinikums statt.

 

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