Walter Schottky Lecture: Zukunft der regenerativen Energie

18.10.2010

Die traditionelle Walter-Schottky-Lecture, die von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der RWTH Aachen veranstaltet wird, widmet sich in jedem Jahr einem hoch aktuellen Technologiethema, das in der Halbleitertechnik begründet ist. In diesem Jahr wird der bekannte australische Wissenschaftler Professor Martin Green – ein Pionier der Photovoltaik auf Silizium-Basis – die Walter Schottky Lecture zum Thema "PRINCIPLES AND PERSPECTIVES OF PHOTOVOLTAICS" halten. Die Lecture wird am 21. Oktober um 17:00 an der RWTH Aachen stattfinden.

 

Der deutsche Physiker Walter Schottky (1886-1976), Namensgeber der Veranstaltungsreihe, gilt als ein Pionier der Festkörperelektronik. Als Professor für theoretische Physik gab er nicht nur in der Experimentalphysik, sondern auch in der Halbleitertechnik wichtige Impulse und gilt daher als einer der wesentlichen Begründer der modernen Halbleitertechnik.

Die 1986 vom Institut für Halbleitertechnik initiierte Vortragsreihe an der RWTH Aachen führt die Tradition des explorativen, visionären Denkens mit einer Reihe von Vorträgen weiter, in denen international renommierte Wissenschaftler neue Entwicklungen in der Halbleitertechnologie und deren Potentiale, über die traditionelle Silizium-Technologie hinaus, ausloten. Die Walter Schottky Lecture brachte bereits fünf Nobelpreisträger nach Aachen – auch Andre Geim, der in diesen Tagen als Nobelpreisträger für Physik ernannt wurde, war Walter-Schottky-Sprecher in 2007. Zusammen mit weiteren herausragenden Sprechern, die stets eigenständige und überragende Forschungsergebnisse in Zukunftsthemen erzielten, erhöhen sie die internationale Sichtbarkeit dieser Lecture auf dem Grenzgebiet zwischen Physik und Elektrotechnik.

Die Einführung zur diesjährigen Walter Schottky Lecture wird der langjährige Direktor des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung, Herr Professor H. J. Queisser geben, der vor fast genau 50 Jahren zusammen mit dem Nobelpreisträger W. Shockley den heute noch gültigen theoretischen Grenzwert für die Effizienz von Solarzellen vorhergesagt hat (Shockley Queisser Limit).

Die Lecture wird auch als Anlass genommen, eine vom BMBF initiierte Zusammenarbeit zwischen der Gruppe von Prof. M. Green und der Gruppe von Prof. H. Kurz am IHT der RWTH Aachen weiter zu vertiefen.

Hintergrund:

Zur Abwendung der sich in aller Munde befindlichen drohenden globalen Energiekrise sowie angesichts der klimatischen Veränderungen und der damit einhergehenden Notwendigkeit zur Reduktion der CO2-Emmissionen steigt der Bedarf an regenerativen Energien. Am Tag der Energie, dem 25. September, wurden wieder zahlreiche Reden und Plädoyers von Lobby-Gruppen und Politikern zur Rettung der Welt gehalten. Die Solartechnik stellt dabei einen viel beschworenen Hoffnungsträger dar. Im Besonderen der Photovoltaik - der direkten Umwandlung von Licht in elektrische Energie - wird bereits heute die Rolle eines Wachstumsmotors in Deutschland zugeschrieben. Sie ist in der Massenproduktion angekommen und wird langfristig für den dezentralen Energiebereich eine noch bedeutendere Rolle spielen. Der Anteil regenerativer Energien beträgt 16% der gesamten Stromerzeugung. In 2050 wird ein Anteil der Photovoltaik allein von 11% prognostiziert. Lange war der Markt für Solaranlagen ein Verkäufermarkt, die Kunden zahlten den geforderten Preis. Um im Kampf um internationale Marktanteile jedoch weiter konkurrenzfähig sein zu können, müssen heute die Kosten pro Einheit Watt drastisch gesenkt werden. Hier setzt die heutige Forschung an und entwickelt auf Hochtouren innovative Lösungsansätze, um die Effizienz von Solarzellen weiter steigern zu können.

Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch regional und zwar hier in Aachen sind universitäre Einrichtungen und die regionale Industrie in diesem innovativen und nachhaltigen Forschungsfeld aktiv. AMICA, das Forschungsinstitut der AMO GmbH, erforscht in mehreren Verbundprojekten zusammen mit dem RWTH Institut für Halbleitertechnik (IHT) und dem Solarzellenhersteller Solland Solar Cells GmbH, Technologien zur Steigerung der Effizienz und Reduktion der Produktionskosten. Sowohl AMICA als auch das IHT bringen hier ihre langjährige Erfahrung im Bereich der Nanotechnologie ein, die für Anwendungen in der Mikroelektronik, Photonik und NanoBioTechnologie entwickelt wurde.

Kontakt:

Walter Schottky Lecture
Donnerstag, 21. Oktober 2010, 17:00 Uhr
Physikzentrum der RWTH Aachen
Hörsaal Physik, Raum 28 D 001 (EG)
Sommerfeldstr. 16 (Haus 28), 52074 Aachen

Pressekontakt:

Maike Meyer-Amjadi
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