Das Aachener Mentoring Modell

31.12.2014

Individuelle Hilfen während des Studiums bietet an der RWTH das Aachener Mentoring Modell. Über 40 Mentorinnen und Mentoren in allen Fakultäten bieten unter anderem Beratung in Einzelgesprächen an, um den jungen Menschen zu einem erfolgreichen Studium zu verhelfen.

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  Diplom-Ingenieurin Mei Zhou (rechts) berät als Mentorin die Studentin Karin Loth in vielen Fragen des Studiums. Urheberrecht: Peter Winandy Diplom-Ingenieurin Mei Zhou (rechts) berät als Mentorin die Studentin Karin Loth in vielen Fragen des Studiums.

Auch Jan, Student im Fach "Elektrotechnik, Informationstechnik und Technische Informatik" im dritten Semester an der RWTH, fand hier notwendige Unterstützung: „Ich bin der Erste in unserer Familie, der studiert. Deshalb hatte ich keine Ahnung, was mich an der Uni erwartet und keine Verwandten, die mich hätten beraten können.“ Anfangs lief alles ziemlich reibungslos. Doch dann ließen seine Leistungen nach, obwohl er hart arbeitete: "Meine Kommilitonen hatten genauso wenig Erfahrung wie ich. Keiner konnte mir einen Rat geben, was ich anders machen sollte.“

Er besuchte die Sprechstunde einer Mentorin in seinem Fachbereich. Sie analysierten gemeinsam, wo die Probleme lagen. Unter anderem hatte er die Stoffmenge völlig unterschätzt und große Probleme, seine Zeit richtig einzuteilen. Mit der Mentorin erstellte Jan einen Zeitplan. Er bekam Hilfe bei der Auswahl von Vorlesungen und Seminaren sowie Tipps, wie man sich möglichst effektiv auf eine Prüfung vorbereitet und auch noch Freizeit haben kann.

„Je früher wir beraten können, desto geringer sind später die Probleme.“ Diese Erfahrung macht Mei Zhou, Mentorin in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, immer wieder. Sie sieht sich ebenso wie ihre Koleginnen und Kollegen als Lotsen, die Studierende professionell durch zunächst unbekanntes Terrain geleiten.

Ziel sind höhere Absolventenzahlen

"Jeder Studierende soll in allen Fragen unterstützt und systematisch beraten werden", erläutert Kerstin Thöing von der Koordinationsstelle des Aachener Mentoring Modells. Dazu gehören der Lernstoff im Studium, das persönliche Zeitmanagement, die Vereinbarkeit von Studium und Nebenjob oder das frühzeitige Erkennen von Potenzialen, etwa bei besonders begabten Studierenden. Diese müssen andere Herausforderungen finden, um nicht die Lust am Studium zu verlieren. Die Hochschule will mit dem Mentoring Modell im Rahmen des Konzepts „Studierende im Fokus der Exzellenz“ und dem „Qualitätspakt Lehre“ die Absolventen-Quoten verbessern.

Alleine in den Fakultäten für Medizin oder für Maschinenwesen gibt es potenziell einige tausend Studierende zu betreuen. „Der Bedarf an Gesprächen ist hoch. Deshalb bieten wir inzwischen Workshops zu bestimmten Themen an, etwa eine Förderung der besten Studierenden eines Jahrgangs oder Professorengespräche.“ Es werden auch konkrete Hilfestellungen gegeben, so bei der Suche nach Stipendien und Termine bei anderen Beratungsstellen vermittelt, die sich beispielsweise mit der Studienfinanzierung oder sozialen Problemen besser auskennen.

Die Beratung ist immer mehr gefragt

Seit 2011 werden in allen Fakultäten Beratungen angeboten. 2013 wurden 2.430 Erstgespräche geführt, und es fanden fast 2.000 Folgegespräche statt. Zielgruppen sind alle Studierenden, darunter Studierende, die zwei Drittel der Credit Points nicht erreicht haben, Anfängerinnen in den MINT-Fächern, Studierende im dritten Prüfungsversuch und die besten zehn Prozent eines Jahrgangs.

Die Mentorinnen und Mentoren verfügen über ein breites Wissen rund um den Studienbetrieb. Ergänzt werden sie durch studentische Mentoren wie Philippe Recker. Er studiert im siebten Semester und berät inzwischen Studienanfänger. „Bei uns in der Informatik gibt es die Besonderheit, dass Mentoring im ersten Semester verpflichtend ist." Das wird manchmal nicht gewünscht, weil gerade Einser-Abiturienten meinten, sie brauchten keine Beratung. „Aber viele merken nach kurzer Zeit, dass die Uni anders ist als Schule und die Anforderungen hier sehr viel höher sind“, betont Recker.

Redaktion: Presse und Öffentlichkeitsarbeit