AG Gendermedizin

  Gruppenfoto: die Mitglieder der AG Gender Medizin Urheberrecht: © UK Aachen

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Dr. Henrike Wolf

Referentin für chancengerechte Karriereentwicklung

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Gründung der AG Gendermedizin

Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung einer geschlechtersensiblen Perspektive in der Medizin, gründete sich 2010 die AG Gendermedizin an der Medi­zinischen Fakultät der RWTH.

Ziel der AG ist, die Kategorie „Geschlecht“ in Forschung, Klinik und Lehre zu integrieren (intersektional und inklusiv), um eine maßgeschneiderte Prävention, Diagnose und Therapie zu gewährleisten. Nur so lässt sich langfristig die Qualität nicht nur vor Ort, sondern im gesamten Gesundheitswesen verbessern.

In diesem Zusammenhang etablierte die Arbeitsgruppe im Wintersemester 2010 bis zum Wintersemester 2017 eine durch Fortbildungspunkte zertifizierte Ringvorlesung „Gender Medizin“ an der Medizinischen Fakultät, die sich an Fachpersonal, Studierende und die breite Öffentlichkeit richtete.

Inhaltliche Erweiterung der AG Gendermedizin um den Diversity-Aspekt

Covid-19 hat sehr deutlich gemacht, dass Frauen und Männer unterschiedlich erkranken können. Es gibt nachweislich geschlechtsspezifische Unterschiede bei Immunantworten nach Impfungen oder Infektionen. Dies ist ein Muster, das schon bei anderen Virus-Erkrankungen z.B. bei HIV oder Hepatitis C-Infektion beobachtet wurde. Im Zuge der neu geweckten Sensibilisierung wurde die AG Gender Medizin Ende 2022 - mit Unterstützung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Studierenden der Humanmedizin - „wiederbelebt“.

Neben den geschlechtersensiblen Aspekten werden nun auch stärker Diversity-Aspekte wie Alter, Herkunft, religiöse Zugehörigkeit, sexuelle Identität, körperliche und psychische Merkmale betrachtet. Denn neben der individuellen Lebensweise, wirken all diese Faktoren auf das gesundheitsrelevante Verhalten der Geschlechter und prägen die Entstehung, Wahrnehmung und den Verlauf von Krankheiten und damit die Diagnostik und Therapie in der Medizin.

Implementierung in die Lehre

Die Integration von geschlechter- und diversitätssensiblen Aspekten ist in sämtlichen medizinischen Fächern notwendig, um eine erfolgreiche Medizin für alle zu garantieren. Gendermedizin sollte als Querschnittsthema in der medizinischen Ausbildung verankert werden.

Daher liegt der aktuelle Fokus der AG Gendermedizin zunächst auf der Implementierung von gender- und diversitätssensiblen Faktoren in das Curriculum des Aachener Modellstudiengangs Medizin. In diesem Zusammenhang wird im Wahlpflichtbereich ab Wintersemester 23/24 das Qualifikationsprofil „Gender & Diversity in der Medizin - Mehr als nur Frau und Mann“ eingerichtet.