Konzept Promotionskolleg an der Medizinischen Fakultät

 

Ausschreibung Promotionskolleg

Die aktuelle Ausschreibungsfrist läuft bis zum 18. Mai 2022. 
Bitte schicken Sie Bewerbungen und Rückfragen an:
promotionskolleg2022@ukaachen.de.

 

(Stand: 15.03.2022)

1. Zielsetzung

Ziel des Promotionskollegs ist es, eine wissenschaftlich anspruchsvolle medizinische oder zahnmedizinische Promotion optimal in das Studium zu integrieren und eine bestmögliche Betreuung zu gewährleisten. Das Promotionskolleg soll dabei ausdrücklich im Modellstudiengang Medizin sowie im Studiengang Zahnmedizin etabliert werden, um den medizinisch-wissenschaftlichen Nachwuchs dauerhaft zu fördern.

Das Kolleg soll keine feste thematische Ausrichtung haben, die Projekte sollen aber in der Regel einem der vier Forschungsschwerpunkte der Fakultät zuzuordnen sein:

  • Medical Technology & Digital Life Sciences
  • Organ Crosstalk
  • Phase Transition in Disease
  • Translational Neurosciences

Das Kolleg steht den 30 Prozent Jahrgangbesten der Studierenden offen. Promotionen außerhalb des Kollegs sind weiterhin wie gehabt möglich.

2. Zielgruppe

Das Kolleg kommt für Studierende der Humanmedizin nach dem 4. Semester (Beginn: 5. Semester) sowie für Studierende der Zahnmedizin nach dem Physikum in Frage, die besonderes Interesse an wissenschaftlichen Fragestellungen haben und sich bis dato durch besonderen Studienerfolg auszeichnen.

3. Gremien

3.1 Leitungsgremium/wissenschaftlicher Beirat (eingesetzt für 3 Jahre)


Dem Leitungsgremium gehören folgende Personen an:

  • der Vorsitzende des Promotionsausschusses
  • je ein mindestens promovierter Vertreter der vier Forschungsschwerpunkte der Fakultät
  • ein mindestens promovierter Vertreter der zahnmedizinischen Fächer
  • je ein Vertreter der GRKs und ITNs unter Leitung der Fakultät (mind. mit Master/Diplom-Abschluss)
  • ein Systemblockleiter des MSG
  • ein Vertreter der Kollegiaten bzw. der Fachschaft

Aus diesem Kreis wählen die Personen einen Sprecher und einen Stellvertreter.

3.2 Promotionskomitee

Das Promotionskomitee ist für die wissenschaftliche Betreuung der Dissertationen zuständig und besteht aus folgenden Personen:

  • Doktorvater
  • direkter Betreuer im Labor bzw. sonstiger promovierter Mitarbeiter der betreuenden Einrichtung
  • ein habilitierter Wissenschaftler aus einer anderen Klinik bzw. Institut

4. Auswahlprozesse

4.1 Auswahl der Kollegiaten

Die 30 Prozent der Jahrgangsbesten werden nach dem 5./7. Semester (HM) bzw. nach dem Physikum (ZM) angeschrieben und zur Bewerbung aufgefordert (Unterlagen: Motivationsschreiben mit zustimmender Unterschrift des potenziellen Betreuers, Lebenslauf).

Die Auswahl erfolgt durch Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats anhand der Schriftform.

4.2 Auswahl der Doktorväter

Die Kollegiaten schlagen einen Betreuer Ihrer Doktorarbeit vor (siehe Motivationsschreiben) und holen bereits bei ihrer Bewerbung dessen Einverständnis ein. Der wissenschaftliche Beirat des Promotionskollegs (siehe Punkt 3.1) prüft die Voraussetzungen, um eine bestmögliche Betreuung zu gewährleisten. Alle habilitierten Wissenschaftler können Betreuer sein.

Parameter für die Auswahl sind:

  • positives Votum zur Betreuungssituation durch den Promotionsausschuss und die Fachschaft bzw. die Kollegiaten
  • gute Forschungsinfrastruktur in Institut bzw. Klinik (zum Beispiel regelmäßige Forschungsseminare, Journal Clubs, fachkundiges Laborpersonal zur Betreuung ohne klinische Verpflichtungen)
  • gute Publikationsleistung und Erstautorenschaft(en) von bisherigen medizinischen bzw. zahnmedizinischen Doktoranden

5. Ausbildungsprogramm

Die Ausbildung erfolgt im Rahmen zweier Qualifikationsprofils, in die in der Hauptsache bereits bestehende sowie einig wenige neue Veranstaltungen eingebunden werden:

  • QP Basic Science dient der Vermittlung fachübergreifender Grundlagen; dieses QP kann vorbereitend bereits vor der Bewerbung belegt werden.
  • QP Clinical Science umfasst die Vermittlung vertiefender Kenntnisse im fachnahen Kontext der Promotion sowie allgemeine Fertigkeiten (Softskills über das Center for Doctoral Studies, ggf. Science skills lab)

Weitere Veranstaltungen werden über den Verteiler des Promotionskollegs rechtzeitig bekannt gegeben. Vorschläge aus dem Kreis der Kollegiaten werden dabei gerne berücksichtigt. Eigeninitiative wird ausdrücklich unterstützt.

6. Betreuung der Doktorarbeiten

Eine umfassende Betreuung der Doktoranden ist über folgende Elemente gewährleistet:

  • Verpflichtend ist der Abschluss einer Betreuungsvereinbarung, die ergänzt wird um das Promotionskomitee (siehe Punkt 3.2).
  • Die Betreuer garantieren regelmäßige Laborbesprechungen und eine Vollzeitbetreuung im Labor durch kompetentes Fachpersonal.
  • Die Kollegiaten stellen das Projekt mindestens zweimal im Promotionskolleg vor. Zu diesen Terminen sind die Mitglieder des jeweiligen Promotionskomitees ausdrücklich eingeladen.
    • nach Annahme des Themas, bzw. nach Beginn der Arbeit
    • nach Abschluss des Projektes; hierbei sind dann auch die Bewerber des nächsten Jahrgangs anwesend.
  • Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates stehen den Kollegiaten bei Bedarf als Mentor und Ansprechpartner bei Problemen mit dem Doktorvater zur Verfügung.

7. Einbettung ins Studium

Bei einer Teilnahme am Promotionskolleg verlängert sich das Studium in der Human- als auch in der Zahnmedizin um ein Jahr. Die Teilnehmer sollten die Teilnahme und anschließende Wiederaufnahme des Studiums vorher mit der Prüfungskoordinatorin durchsprechen, damit die Teilnahme am Promotionskolleg optimal ins Studium integriert wird. Die Kollegiaten müssen sich zu einer mindestens einjährigen experimentellen Doktorarbeit verpflichten, wozu das Wahlfreisemester genutzt werden soll. Somit verlängert sich die Gesamtstudiendauer im MSG um zwei Semester. In der Zahnmedizin ist bei der aktuell gültigen Approbationsordnung kein Wahlfreisemester vorgesehen. Somit verlängert sich auch hier die Gesamtstudiendauer in der Regel um ein Jahr.

8. Finanzierung

Die Finanzierung umfasst folgende Komponenten:

  • Die Kollegiaten erhalten Verträge als SHK mit der maximal möglichen Wochenstunden-Zahl unterhalb der Beitrags-Bemessungsgrenze für ein Jahr. 50 Prozent der Kosten werden von der Fakultät übernommen, die anderen 50 Prozent von der betreuenden Einrichtung.
  • Sachkosten für die Durchführung des Vorhabens müssen aus dem Etat der betreuenden Einrichtung zur Verfügung gestellt werden.