Forschungsschwerpunkte

 

Lehr- und Forschungsgebiet Phoniatrie und Pädaudiologie

Das interdisziplinäre Forschungsteam der Klinik für Phoniatrie, Pädaudiologie und Kommunikationsstörungen vereinigt medizinische, elektrotechnische, akustische und sprachwissenschaftliche Kompetenzen. In diesem Kontext gliedern sich die Forschungsschwerpunkte aktuell in die folgenden drei Bereiche:

  1. Experimentelle Untersuchungen sprachperzeptiver Vorgänge
  2. Medizintechnische Prototyp-Entwicklung innovativer Untersuchungs- und Behandlungsverfahren
  3. Modellierung von Glottis, Ansatzrohrfunktion und Speech Processing

Experimentelle Untersuchungen sprachperzeptiver Vorgänge

Durch Verwendung nativer und mittels VoiceMorphing veränderter akustischer Samples werden Fragestellungen zur Eigen- und Fremdwahrnehmung von Sprechern, zur Familienähnlichkeit von Stimmen, zu Fragestellungen der Sprechverständlichkeit spezifischer Sprechergruppen und zur Wahrnehmung emotionaler Charakteristika in der Sprache untersucht. Besondere Fragestellungen betreffen bestehende Genderunterschiede der Stimm- und Sprachfunktion im Kontext künftiger Therapiekonzepte zur Stimmanpassung von Mann-zu-Frau-Transsexuellen.

Medizintechnische Prototypentwicklung neuartiger Untersuchungs- und Behandlungsverfahren

Aktuelles Beispiel für die Entwicklung medizintechnischer Prototypen ist das kombinierte opto-palatographische Messsystem zur Analyse spezifischer Zungenbewegungsmuster beim Sprechen und Schlucken. Dieses System kann durch Einsatz einer selbstentwickelten Spezial-Software auch als Biofeedback-System für Patienten verschiedener Erkrankungsgruppen eingesetzt werden.

In Kooperationen mit technischen Instituten der RWTH sind Projekte im Kontext von Virtual Reality- und Augmented Reality-Methoden in Vorbereitung, die Fragestellungen des situativen Hörens und der Signalausbreitung von Stimm- und Sprachschall betreffen.

Modellierung von Glottis, Ansatzrohrfunktion und Speech Processing

Unter dem Grundkonzept, die Mechanismen kategorialer Wahrnehmung unterschiedlicher Stimm- und Sprachparamter systemtisch zu erfassen wurden unterschiedliche artikulatorisch-akustische Modelle entwickelt. Diese Modelle bis hin zur Entwicklung eines synthetischen Sprechers betreffen sowohl verschiedene glottale Funktionszustände, als auch dynamische Ansatzrohrkonfigurationen und sensomotorische Modellierungen zu Fragestellung der Steuerungsmechanismen während des Lautspracherwerbs. Weiterhin bilden diese Modelle wichtiges und innovatives Lehrmaterial für Studenten/-innen der verscheidenen Studiengänge unserer Fakultät.