Aufnahme in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste - Drei junge Forschende der RWTH für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet

21.01.2020

Zwei junge RWTH-Wissenschaftler und eine Wissenschaftlerin wurden jetzt in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen: der Ingenieur Christoph Hoog Antink vom Lehrstuhl für Medizinische Informationstechnik, die Biologin Anna-Christin Joel vom Lehrstuhl für Zoologie und der Mediziner Jakob Nikolas Kather vom Lehrstuhl für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin. Akademiepräsident Professor Dr. Wolfgang Löwer und NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen gratulierten in Düsseldorf zu dieser Auszeichnung.

  Jakob Nikolas Kather  Dr. med. Jakob Nikolas Kather, M.Sc., Jahrgang 1989, studierte Medizin an der Uni-versität Heidelberg. Schon im ersten Semester beschäftigte er sich mit künstlichen neuronalen Netzen und vertiefte dies später in einem zusätzlichen M Urheberrecht: AWK NRW / Andreas Endermann

Jakob Nikolas Kather

Dr. med. Jakob Nikolas Kather, M.Sc., Jahrgang 1989, studierte Medizin an der Universität Heidelberg. Schon im ersten Semester beschäftigte er sich mit künstlichen neuronalen Netzen und vertiefte dies später in einem zusätzlichen Masterstudium „Medical Physics“. Seit dem Studium ist Kather in der Studienstiftung des Deutschen Volkes aktiv.

Kather arbeitet als Arzt in der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin der Uniklinik RWTH Aachen. Er leitet eine Arbeitsgruppe zum Thema „Computational Oncology“. In der Klinik betreut er vorwiegend Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Trakts, in der Forschung wendet er Methoden der computerbasierten Simulation und künstlichen Intelligenz an, um diese Krankheiten besser zu verstehen. Zuletzt konnte Kather zeigen, dass es mittels „Deep Learning“ möglich ist, genetische Veränderungen von Tumoren direkt aus histologischen Bildern vorherzusagen. Diese Veränderungen entscheiden über die Wahl einer optimalen Tumortherapie. Bisher werden zum Nachweis solcher Veränderungen teure und zeitaufwendige Labortests benötigt, histologische Bilder der Patienten sind hingegen ohne Mehrkosten verfügbar. Die Forschungen von Kather könnte zu schnelleren Diagnosen und einer deutlichen Kostenersparnis in der Onkologie führen.

Das Junge Kolleg

Die Aufnahme in das Junge Kolleg gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Nordrhein-Westfalen. Sie wurde 2006 zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gegründet, anfangs mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Mercator und seit 2014 getragen durch das Land Nordrhein-Westfalen. Bis zu 30 Vertreter und Vertreterinnen aller Fachrichtungen können für die Dauer von maximal vier Jahren berufen werden. Sie erhalten ein jährliches Stipendium in Höhe von 10.000 Euro und nehmen am Akademieleben teil. Voraussetzung für die Mitgliedschaft sind neben der Promotion herausragende wissenschaftliche Leistungen an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in NRW. Zum Zeitpunkt der Aufnahme dürfen die Mitglieder nicht älter als 36 Jahre sein und noch keine unbefristete Hochschullehrstelle innehaben. Im Jungen Kolleg haben sie die Möglichkeit, ihre Projekte in interdisziplinären Arbeitsgruppen zu diskutieren.