Zhenning Cai

 
Aufenthalt an der RWTH Aachen Aufenthalt als Post-Doc und Humboldt-Fellow der Peking University, China, Dezember 2014 bis Januar 2016
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Professor Manuel Torrilhon hat Zhenning Cai eingeladen, von Dezember 2016 bis Januar 2016 als Post-Doc an die MAthCCES-Gruppe des Center for Computational Engineering Science an der RWTH Aachen zu kommen. Während seines Aufenthalts nahm Cai am RWTH-Ambassador-Programm sowie an der von der Humboldt-Stiftung organisierten Research-Alumni-Konferenz teil.

Um herauszufinden, welche persönlichen und beruflichen Erfahrungen Zhenning Cai während seines Aufenthalts in Aachen gemacht hat, haben wir ein Interview mit ihm geführt.

  Zhenning Cai Urheberrecht: privat

Was ist ihr Forschungsgebiet, und warum ist es von Bedeutung?

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit der mathematischen Modellierung der Dynamik verdünnten Gases. Stellen Sie sich vor, Sie befänden sich in sehr großer Höhe in äußerst dünner Luft. Dort könnten Sie viele seltsame Phänomene beobachten, was die Bewegung von Feldern kalter und warmer Luft sowie ihren Wärmeaustausch betrifft. Meine Aufgabe ist es, mathematische Modelle zu entwickeln, die diese Phänomene abbilden. Diese können dann beispielsweise im Flugzeugbau und bei der Entwicklung mikro-elektromechanischer Systeme genutzt werden.

Was führte zu Ihrem Aufenthalt als Gastwissenschaftler an der RWTH Aachen?

Zunächst einmal haben mein Gastgeber, Professor Torrilhon, und ich dieselben Forschungsinteressen. Ich war 2012 das erste Mal an der RWTH und konnte eine erste Zusammenarbeit zweier Forschungsgruppen anstoßen. Daraufhin besuchte Professor Torrilhon meine Heimatuniversität, Peking University, und das gab uns die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zu konkretisieren und auszubauen. In dieser Zeit habe ich mich auch auf das Humboldt-Stipendium beworben.

Welche der hier gemachten Erfahrungen sind für Sie die wichtigsten?

Da gibt es viele Aspekte, aber hier möchte ich mich auf zwei beschränken: Mein Aufenthalt an der RWTH hat es mir möglich gemacht, an deutlich mehr internationalen Konferenzen teilzunehmen, nicht zuletzt durch die Förderung durch die Humboldt-Stiftung. So konnte ich meine Forschung sehr vielen Kolleginnen und Kollegen vorstellen und auch neue Freunde gewinnen. Außerdem habe ich im Erleben europäischer Kultur meine Kenntnisse der europäischen Geschichte vertiefen können – Aachen ist eine Stadt mit vielen historischen Bauten.

Welche sind die wichtigsten Resultate Ihres Forschungsaufenthalts? Was planen Sie für die Zukunft?

Am wichtigsten für mich waren meine Erfahrungen in der Lehre sowie die aus meinem Aufenthalt resultierenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Mein Gastgeber und ich beantragen die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit und werden auch eine studentische Hilfskraft einstellen. 2016 werde ich für ein Jahr als Postdoc in den USA arbeiten und anschließend nach China zurückkehren und dort eine Professur anstreben. Aber mein Kontakt zu Professor Torrilhon wird ganz bestimmt bestehen bleiben!

Was waren Ihre Eindrücke von Aachen?

Wie schon gesagt, habe ich Aachen bereits 2012 besucht. Als ich dann Ende 2013 wieder vor Ort war, hat sich kaum etwas verändert! Im Vergleich zu Peking verändert sich Aachen schon sehr langsam, und die Vergangenheit ist allgegenwärtig. Aachen ist natürlich klein, was gemütlich wie auch praktisch ist, da ich kein Auto fahre. Ich mag die Aachener Lebensart.

Gibt es Ihrer Meinung etwas, das man an deutschen Universitäten von Hochschulen in China lernen kann und umgekehrt?

Ich kann die Universitätslandschaft in Deutschland nicht wirklich beurteilen. In meiner alten Forschungsgruppe in China war die Zusammenarbeit enger – wir haben uns nicht nur in Seminaren, sondern auch ausführlich über E-Mail ausgetauscht. Wir haben praktisch ständig Ideen diskutiert und versucht, Lösungen für die Forschungsprobleme auch der Kolleginnen und Kollegen zu finden. Jetzt, wo ich in Deutschland bin, mache ich das nicht mehr so intensiv.

Haben Sie sich in Deutschland gut integriert gefühlt und Ihr Netzwerk erweitern können? Gibt es hier etwas zu verbessern?

Da ich nicht gut Deutsch kann, war es für mich ein wenig schwierig, mich komplett zu integrieren. Aber im internationalen Umfeld fühle ich mich sehr wohl. Das nächste Mal würde ich einen Sprachkurs machen, um diesen Aspekt noch zu verbessern.

Haben Sie irgendwelche Anmerkungen oder Vorschläge?

Nein, eigentlich nicht! Aber ich würde gerne andere chinesischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei unterstützen, einen Forschungsaufenthalt in Deutschland zu organisieren.

Herr Cai, besten Dank für das Gespräch!